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judo-praxis
sammelt an dieser Stelle Tipps und Ideen für ein abwechslungsreiches Randori-Training. Schicken Sie uns eine Mail
, mir Ihren praxiserprobten Ideen. Eine Einführung von Ralf Pöhler Randori wird zu recht als die
wichtigste Form des Judotrainings bezeichnet (u.a. Brousse, Matsumoto, 1999, S.62). Dennoch gibt es viel Widersprüchliches zum Thema Randori in der Judo-Literatur zu finden und auch in der Praxis unterscheiden sich die Formen des
Randori stark. In vielen Vereinen wird Randori mit Kämpfen, mit Wettkämpfen, gleichgesetzt – aus meiner Sicht ein großer Irrtum. Dennoch wird diese Meinung vom Randori auch von namhaften Autoren unterstützt oder doch eine solche
Interpretation nahegelegt unterstützt. So schreiben Brousse und Matsumoto: “The goal of randori is to throw your opponent without being thrown yourself.” (a.a.O.). Die Grenze zum Kampf ist nur marginal. Versteht man Randori in
dieser Weise, ist es nur von Wettkampfsportlern auszuführen, kann aber keineswegs als die Basis allen Judotrainings bezeichnet werden. Wenn Randori von allen gleich welchen Alters ausgeführt werden können soll und der Spaß über
einen möglichst großen Zeitraum an der Übungsform Randori erhalten bleiben soll, muss dieses Üben anders gestaltet werden. Wolfgang Hofmann vertritt deshalb eine wesentlich differenziertere Sicht: “Täuschen, Überlisten, Kontern
des Partners, ihn durch Bestimmen des Tempos konditionell zu ermatten, sind die Mittel des Randori, die diese Übungsform zur interessantesten des Judo überhaupt machen. Im Randori fühlt der intelligente Judoka sich wohl, denn hier
kann und muss man den Kopf gebrauchen; bevor man den Partner “austricksen” kann, muss man ihn “ausdenken”. Die zentrale Stellung dieser Übungsform geht auch daraus hervor, dass das tägliche Training der japanischen
Universitätsmannschaften nur aus einem zweistündigen Randori besteht. Randori ist kein Kampf auf Biegen und Brechen; man kämpft nicht verbissen um jeden Punkt, um jeden “Fußbreit Boden”. Geleitet von der Maxime, dass die
Entwicklung des Partners genauso wichtig ist wie das eigenen Fortkommen, wird man nicht in der Weise verteidigen, dass der Angriff des Partners durch die eigenen, überlegene Kraft schon im Keime erstickt wird. Mann soll zwar nicht
für den Partner “springen”, aber doch in der Kampfesführung für ihn immer noch eine Möglichkeit offen lassen. Und wenn der Partner es verstanden hat, das Gleichgewicht richtig zu brechen, eine Technik sauber anzusetzen, dann soll
man auch diesen gelungenen Angriff mit einer korrekten Fallübung abschließen. Wer sich darüber, dass er vorbildlich geworfen wurde und selber in der Lage war, eine gute Fallübung auszuführen, genauso freuen kann wie über einen
eigenen Wurf, der hat den Sinn des Randori erfasst.” (Hofmann, Wolfgang “Judo”, 1973, S16f.) Im Gegensatz zum Katatraining, dem Techniktraining, dem Üben nach Absprache, steht Randori für das Technikanwendungstraining, das
relativ “Freie Üben”, - “relativ” frei, weil das “Freie Üben”, wie andere Dinge im Judo auch, erlernt werden muss. Während im Training von Anfänger/innen überschaubare, enge Situationen frei gestaltet werden können, weitet sich das
Situationsverständnis je weiter die Judoka fortgeschritten sind. In diesem Maße verändert sich Randori hin zum freien Bewegen gegen/mit einem Partner. Abschließend noch einige Überlegungen, was Randori alles sein kann. Randori
bedeutet für mich:
Viele Ideen zum Thema Randori finden die Leser/innen von Randori-Ideen für Anfänger/innen Beide Partner sitzen rechte Seite an rechter Seite (oder umgekehrt) mit gestreckten Beinen nebeneinander, der naheliegende Arm
wird dem Partner freudschaftlich von vorne auf die Schulter gelegt. Auf ein gemeinsames Kommando versuchen beide sich in Kesa-gatame zu legen. (Idee U.Klocke) Beide Partner verknoten sich mit dem eigenen Gürtel die Beine oberhalb
des Fußgelenks. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt. Das nun folgende Bodenrandori schult vor allem die korrekte Belastung des Partners beim Halten und die Hüftbeweglichkeit.
Ziel des Randoris am Boden ist es, den Gürtel des Partners abzubinden. Randori-Ideen für Fortgeschrittene Bei einem Standrandori sollte eigentlich Vielseitigkeit gefragt sein. Der Lehrer hat deshalb alle Würfe der
jeweiligen Ausbildungsstufe als kleine Karten vorliegen. Am Ende des Randori hat derjenige “gewonnen”, der aus seinem Technikrepertoire (8., 7., 6. oder 5.Kyu) die jeweils als Karte gezogene Technik ausgeführt hat. Dies
zwingt die Judoka dazu, möglichst alle Techniken ihrer Ausbildungsstufe während des Randori zu werfen. (Idee K.Kessler) Bodenrandori ist langweilig, wenn ein Partner immer wieder in derselben Position verharrt. Aufgabe für beide
Partner: Alle 10 Sekunden müssen Positionen wie Haltegriff als Obermann, Beinklammer, Rückenlage oder Bankposition aufgegeben werden. Randori macht besonders viel Spaß, wenn man sich Aufgaben stellt oder Aufgaben gestellt
bekommt. Die nachfolgende Idee beinhaltet eines oder sogar beides. Auf kleine Kärtchen werden typische Kämpferprofile aufgeschrieben (abgebeugt kämpfender Gegner, Links-Kämpfer ...). Es gilt nun für den einen Partner diesen Kämpfer
möglichst gut zu simulieren, für den anderen auf diesen aktiv einzugehen. Schwieriger ist die Variante, dass beide ihren Kämpfertyp darstellen und gleichzeitig daraus agieren sollen. Eine weitere Variante ist das Randori mit Einwechselkämpfer/n. Im Boden als Dreiergruppe. Einer ist Tori und zwei sind Uke. Tori
beginnt gegen Uke1. Kommt Uke1 in Gefahr ( Haltegriff, Würger, Hebel ) ruft er um Hilfe oder gibt ein Zeichen. Sofort greift Uke2 ein und greift, egal in welcher Position Tori ist, Tori an und übernimmt den Bodenkampf. Uke1 hat nun
Verschnaufpause bis ihn Uke2 ruft.
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