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Zum Einsatz von Ausbildungs- und Prüfungskarten im Judo-Unterricht Bereits seit vielen Jahren wird über eine trainingsbegleitende
Überprüfung der Ausbildungsinhalte besonders im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen nachgedacht. Argumente, die für ein solches Vorgehen sprechen, gibt es genug:
Aus diesen Gründen hat die Mitgliederversammlung des DJB 1998 für ein solches Verfahren einer Graduierung (Graduierung ohne formelle Prüfung) als Alternative zur herkömmlichen Prüfung (an einem Nachmittag mit teils 20 Kindern)
gestimmt. Allgemeine Voraussetzungen zur Graduierung ohne formelle Prüfung
Organisation und Durchführung der Graduierung ohne formelle Prüfung
Ausbildungskarten in der Praxis
Soviel zum Formalen. Doch wie sieht nun der Einsatz der Karten in der Praxis aus? Die Karte ist bewusst nicht nur als Prüfungskarte gestaltet, denn sie soll die
Judo-Schüler während der mindestens halbjährigen Ausbildungszeit begleiten. Sie haben das gesamte Ausbildungsprogramm ihrer Ausbildungsstufe auf einen Blick
vor sich. Die Vorderseite gibt einen Überblick über die Falltechnik und die geforderten Wurftechniken, die Rückseite der Karte über die Stand-/Komplexaufgabe und über die Bodentechniken. Alle Prüfungsinhalte sind mit
Bildern der jeweils wichtigsten Technik-Phase versehen. Alle auf den Karten abgebildeten Techniken sind mit dem offiziellen DJB-Lehrbuch “Judo lernen” von Ulrich Klocke abgestimmt. Angaben zum Namen und Zeitraum Der/die Übungsleiter/in tut gut daran, kleineren Kindern bis 7/8 Jahre den Namen und alle weiteren Angaben (u.a. zum Zeitraum der Ausbildung/Prüfung) vorher
auszufüllen. Die Karte wird von nun an zu jedem Training mitgebracht, vielleicht auch zusammen mit einem Bleistift. Der Judoka bestätigt, wenn die Karte als Prüfungskarte eingesetzt wird,
dass er davon weiß. Eine entsprechende Besprechung zum Prüfungszeitraum, den Anforderungen und wie im Training mit der Karte umgegangen werden soll, erfolgt durch den Übungsleiter.
Unterrichtsplanung mit der Ausbildungs- und Prüfungskarte
Einsatz der Prüfungskarte setzt einen konkreten Ausbildungsplan des Übungsleiters voraus! Er muss
Die Ausbildungs- und Prüfungskarten sind für den Übungsleiter ein Leitfaden, damit er nichts vergisst, denn spätestens die Kinder erinnern daran, wenn ihnen eine Unterschrift fehlt. Offene Wertung für den Übungsleiter Ein Grund dafür, warum sich die Ausbildungs- und Prüfungskarten noch nicht so
vielen durchgesetzt haben, ist m.E. dass der Übungsleiter beim deren Einsatz mit den Judoka in eine Diskussion einsteigen muss, wie seine Leistungsbewertung
zustande kommt. Dies liegt nicht jedem Übungsleiter! Aber gerade hierin liegt eine große Chance der Karten: Sie fördern Selbsteinschätzung und selbstständiges
Lernen und sie vermitteln Sicherheit in Sachen Bewertung, weil vorher darüber gesprochen wurde. Die Karten können Judo-Schüler/innen enorm motivieren.
Wichtig ist allerdings, dass im Unterricht klare Beobachtungskriterien für alle verständlich herausgearbeitet wurden. Wer sich als Übungsleiter darin noch unsicher ist kann u.a. bei judo-praxis (Lektionen zur Ausbildungs- und
Prüfungsordnung) weitere Informationen erhalten. Der linke Teil der Karte
Der linke Teil der Karte gibt eine Kurzbeschreibung der in der Prüfung zu demonstrierenden Aufgabe und drei Smilies zum Ankreuzen. Wie geht man mit diesem Bereich um? Beispiel 2: Seit einigen Stunden haben sich die Jugendlichen intensiver mit Seoi-otoshi beschäftigt. Der Übungsleiter lässt Dreiergruppen bilden
und fordert dazu auf, sich gegenseitig zu beobachten. Die Jugendlichen achten auf die bereits erläuterten Beobachtungskriterien. Sie nehmen nach kurzer Diskussion
in der Kleingruppe eine Einschätzung vor, ob die Technik bereits gut, mittelmäßig oder noch ungenügend ausgeführt wurde. Der Übungsleiter kann hinzugerufen werden. Der rechte Teil der Karte Dieser Teil ist allein dem prüfenden Übungsleiter vorbehalten. Hier attestiert er,
dass die gezeigte Leistung für das Bestehen der Prüfung zum nächsten Kyu-Grad ausreicht. Beispiel 1: Der Übungsleiter lässt zum Ende eines Stundenteiles alle Kinder in der Mitte Seoi-otoshi demonstrieren, die sich dies zutrauen. Dabei werden noch einmal die Beobachtungskriterien angesprochen.
Er bestätigt die Leistung bei den Kindern, die diese Kriterien erfüllen. Beispiel 2: Die Jugendlichen wissen, dass es in jeder Übungsstunde einen Block gibt, in dem Prüfungsaufgaben erarbeitet und
wiederholt werden. Wenn sie ihrer Meinung nach die Anforderungen (Beobachtungskriterien) erfüllen, dürfen sie sich beim Übungsleiter melden, der dann die Leistung ggf. bestätigt.
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