Handlungsregeln

Zu den Handlungsregeln

Die wichtigste Regelgruppe, die Handlungsregeln, legen den Handlungsrahmen im Judosport fest. Sie bestimmen das Handlungsziel, sie sagen aus, welche Handlungen erlaubt sind und welche nicht, und sie bestimmen, mit welchen Mitteln das “Ziel des Spiels Judo” zu erreichen ist.

Im Judo gibt es vier mögliche Handlungen, um einen Wettkampf zu gewinnen: durch Werfen, durch Festhalten am Boden, durch eine Hebel- oder eine Würgetechnik.

Gleichzeitig wird durch die Handlungsregeln festgelegt, welchen qualitativen und quantitativen Kriterien einzelne Handlungen genügen müssen, damit sie im Sinne des Handlungsziels bewertet werden können (Koka, Yuko, Waza-ari, Ippon).

Gleichzeitig legt man fest, welche Handlungen auf gar keinen Fall gestattet sind, entweder aus Geboten der Fairness (z.B. den Partner beleidigen), der Verletzungsvorsorge (z.B. Hebel nur am Ellenbogengelenk ansetzen) oder aufgrund der Eigenart der Sportart Judo (z.B. keine Schlag- oder Tritt-Techniken auszuführen).

Veränderung von Handlungsregeln

1. Variante

Herausdrängen des Partners aus der Wettkampffläche (in verkleinerter Fläche als Sumo-Ringen oder als Hinkekampf). Wenn der Bedrängte selbst einen Wurf ansetzt, erhält der Angreifer keine Wertung.

Ziel: Schulung Verhalten am Mattenrand

2. Variante

Dem Partner den Gürtel abbinden (nur als Bodenkampf).

Ziel: Neue Einsatzmöglichkeiten des “Gerätes” Judogi kennen lernen und das Prinzip der Bodenarbeit “Festlegen/Kontrolle und Detailarbeit” verbessern.

3. Variante

Den Partner im Bodenkampf über sich ziehen und selbst auf dem Rücken liegen (Bodenrandori paradox)

4. Variante

Angriffs- und Verteidigungsverhalten werden seitens der Kampfrichterbewertung gleichberechtigt behandelt, z.B. indem im Bodenkampf der erfolgreiche Osae-komi mit 1, 2 oder 3 Punkten, erfolgreiche Hebel oder Würger mit 3 Punkten bewertet werden, die erfolgreiche Befreiung aus einem angesetzten Griff aber ebenfalls mit einem oder mehreren Punkten bewertet wird.

Ziel: Schulung des Verteidigungsverhaltens im Bodenkampf