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Vom Kämpfen um ein Objekt zu Situationen und Lösungen der Sportart Judo Methodisch-didaktische Überlegungen Lerngruppe und Verankerung im Rahmenplan Sport Ausgehend von den spielerischen Versuchen im Unterricht der Klassenstufen 5 bis 7 “Vom Kämpfen um ein Objekt zum Kämpfen am Boden” sollen in dieser Einheit Erfahrungen der Schüler/innen
gesammelt und ihre Lösungsansätze zu einfachen Judotechniken weitergeführt werden. Unter “Techniken” verstehe ich hier Lösungen für bestimmte Zweikampfsituationen, d.h. es fallen darunter nicht nur die bekannten Judotechniken (z.B.
die Haltegriffe), sondern auch Lösungsmöglichkeiten für Umdreher gegen die Bank- und Bauchlage etc. Dies soll unter größter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler erfolgen, d.h. es bietet sich ein induktives Vorgehen an.
Gleichzeitig lernen die Schüler/innen Kriterien für gelungene Aktionen innerhalb des sportlichen Regelsystems kennen. Das Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten fördert in hohem Maße die reflexive Auseinandersetzung mit der eigenen
Bewegung und der des anderen sowie deren jeweiligen Bedingungen, - wie vom Lehrplan gefordert. Es soll in Ansätzen das Technikrepertoire der Sportart Judo am Boden für die beiden ersten Gürtelstufen (8. + 7. Kyu-Grad) erschlossen
werden. Zweikämpfen bietet den Ansatzpunkt für wichtige weitergehende Unterrichtsvorhaben und –inhalte. Auf jeden Fall sollte im Rahmen dieser Einheit über den Umgang mit Angst gesprochen werden. Das Gehalten-werden ist für viele
Schüler/innen mit dem Gefühl von Ohnmacht und Beklemmung verbunden. Dies gilt es zu thematisieren. Lernziele
Zu den Unterrichtsvorschlägen Da nunmehr eine Sportart in den unterrichtlichen Mittelpunkt rückt, macht es
Sinn einige Verhaltensregeln des Judosports in den Sportunterricht zu integrieren. Hierzu zählen insbesondere das Begrüßen zum Stundenanfang und –ende, sowie die Verneigung zu Beginn und zum Ende jeder Partnerübung, um den Respekt
vor dem Partner und das gewollte faire Verhalten zum Ausdruck zu bringen. Die Lösungen sollten zunächst immer ohne Partnerwiderstand geübt werden. Das Umschalten von Gegeneinander (kämpfen) zu Miteinander (üben), fällt Schülern
nicht immer leicht. Die möglichen Spielsituationen beziehen sich überwiegend auf mein Skript Zweikampfsituationen kennen lernen und einfache Lösungswege erarbeiten Im Kniestand Mögliche
Spielsituationen: “Kampf um den Kniestand”, “Aus der Matte”, “Bis hierhin und nicht weiter!” Die Spielsituation wird durch eine weitere Regel erweitert. Gewinnen kann auch derjenige, der den Partner mit dem Rücken auf dem Boden
festhält. Bei einem induktiven Vorgehen sollen die Schüler zunächst eigene Erfahrungen machen. Die Lösungen für diese Zusatzregel werden anschließend vorgestellt und bewertet. Dabei ist wichtig, dass die Schüler begreifen, dass sie
zunächst ohne Gegeneinander versuchen müssen, die vorgestellte Lösungsmöglichkeit nachzuvollziehen. Erst nach einigen Wiederholungen darf dosierter Widerstand geleistet werden. Lösung 1: Den drückenden Partner mit Griff um die
Hüfte und Zug am Arm nach vorne umkippen und festhalten. Lösung 2: Das Knie blockieren, Partner zur Seite oder diagonal nach hinten umdrücken und festhalten. In der Bankposition Mögliche Spielsituationen: “Das ist mein Ball”, “Schatz vergraben und bewachen”, “Unumstößlich”, “Schildkröten umdrehen” Lösung 1: Mit
Klammergriff um den Bauch (Bauch-Rücken-Kontakt) überrollen (Problem: Dadurch kann ich den Ball noch nicht in meinen Besitz bekommen) Lösung 2: Von der Seite die Arme blockieren, Partner umdrücken (Wälzer) und festhalten
Lösung 3: Arme und Beine als Stützen wegnehmen durch Päckchen-Schnüren und umdrücken In der Bauchlage
Mögliche Spielsituationen: “Halten und Drehen”, “Den Partner umdrehen” Lösung 1: Von der Seite Partner an Arm und Bein anheben, rollen und festhalten Lösung 2: Unter dem Arm durch, die Hand in den Nacken legen, Partner umdrehen
und festhalten In der Rückenlage Mögliche Spielsituationen: “Schulter-Tick”: Ein Partner liegt auf
dem Rücken, der andere steht vor ihm und versucht die Schulter des am Boden Liegenden zu ticken. Der Verteidiger darf den “Angreifer” mit den Füßen blockieren, der “Angreifer” darf die Hände nicht einsetzen. “Den Partner
klammern”: Ein Partner sitzt hinter dem anderen. Auf ein Kommando hin versucht der vorne sitzende zu entkommen, der hinten sitzende Partner versucht ihn mit den Beinen zu klammern. Lösung 1: Bein herunterdrücken, mit dem
“inneren” Bein herübersteigen und den Partner festhalten Lösung 2: Partner nicht klammern lassen, Knie zusammendrücken und zum Halten wälzen Halten und Befreien Kriterien des Haltens
Wird eines der Kriterien im Verlauf der Aktion nicht (mehr) erfüllt, gilt der Haltegriff als gelöst. Vier Grundhaltegriffe der Sportart Judo
Übungsformen zur Hinführung, Festigung und Befreiung Alle Haltegriffe sind Möglichkeiten des Abschlusses einer der oben aufgeführten Aktionen. D.h.
die Situation endet in der Kontrolle des Haltenden über den Gehaltenen. Übung 1: Die Partner sitzen im Längssitz nebeneinander, die Füße in entgegengesetzte Richtung.
Beide halten sich mit dem naheliegenden Arm am Oberkörper fest. Sie versuchen sich gegenseitig umzudrücken und anschließend mit Kesa-gatame festzuhalten.
Übung 2: “Halten auf Zeit” Der Haltende zählt langsam bis 10. Gelingt es dem Gehaltenen herauszukommen erhält er den Punkt, sonst der Haltende. Übung 3: Kombination von zwei Haltegriffen
Befreiungen aus den Haltegriffen erarbeiten. Dazu zählen
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