AG Bericht 09/00

Treffen der AG “Keine Gewalt gegen Kinder” am 23.09.00 in Köln

Bericht von Ralf Pöhler

Das Treffen in den Räumen der Trainerakademie Köln (13:00 bis 17:30) hatte folgende Ziele:

  • Verständigung über einen gemeinsamen Begriff von Gewalt
  • Vorbereitung des DJB-Workshops 2001 (04.-06.Mai)
  • Austausch über die Arbeitsaufträge vom Februar 2000 und weitere Arbeiten

Als nützlich erwies sich die Diskussion über die von Ralf Pöhler eingebrachte Gewalt-Definition. Die einzelnen Arbeitsgruppen können während des Workshops immer wieder auf diese Definition zurückgreifen. Unserem Selbstverständnis nach ist Judo-Unterrichten vor allem auch Beziehungsarbeit und nicht ausschließlich Vermittlung von Judo-Technik. Insofern schließt die Arbeit an dem Thema “Gewaltprävention durch Judo” nahtlos an die in Bad Blankenburg 1999 geführte Pädagogik-Diskussion an.

Im Judo findet körperliche Auseinandersetzung nach Regeln und mit der Möglichkeit jederzeit aussteigen zu können statt. Judo-Kämpfen ist ein Beispiel dafür, wie man offen konstruktiv mit Aggressionen umgehen kann. Im Judo-Unterricht können aber auch gezielt alltägliche Konfliktsituationen thematisiert werden (die ja nicht einfach vor der Tür des Dojos halt machen), z.B. durch Rollenspiele oder durch das Erlernen fairen verbalen Streitens. Grundlage dafür ist es aber, überhaupt beziehungsfähig zu sein. Diese Beziehungsfähigkeit ist zunächst im Judo-Unterricht herzustellen und immer wieder zu pflegen, z.B. durch Körperwahrnehmung, Kooperationsspiele oder das Miteinanderüben.

Es wurde noch einmal festgehalten, dass wir uns vor allem auf Gewaltprävention im Judo-Unterricht, Judo-Wettkampf und Vereins-Umfeld konzentrieren wollen (Stichwort “Schutzraum Judo-Dojo”). Die Vernetzung/Zusammenarbeit mit anderen örtlichen Institutionen (Schulen, Kindergärten, Polizei) und Vereinen ist bei einem weitergehenden Engagement des Judo-Vereins dann aber unerlässlich. Zu solchen örtlichen Vernetzungen werden sicherlich die Projekte, die während des Workshops vorgestellt werden, einen näheren Einblick geben. Vereine haben beim Workshop die Möglichkeit ihre Projekte darzustellen (Konzepte bitte an ralf@judo-praxis.de).

Es wurde ein Zeitraster und Grobformulierungen von Themen für den Workshop festgelegt. Von den Arbeitsaufträgen der letzten Sitzung liegt ein Skript zum Thema “Mein Körper gehört mir” vor. Es wurden folgende neue Arbeitsaufträge vergeben (die alten sind bis Ende Oktober nachzuliefern):

Klaus Heyer

  • Zeitschiene der Gewalt
  • Rollenspiele zur Gewaltprävention auf der Judo-Matte

bis 31.10.2000

bis 31.10.2000

Peter Färber

  • Kooperationsspiele für den Judo-Unterricht
  • Video: Trainer- und Elternverhalten am Mattenrand vor, während und nach Wettkämpfen

bis 31.10.2000

Video leider nicht mehr beim HJV vorhanden; Peter klärt aber, ob Szenen termin- gerecht neu aufgenommen werden können.
bis 15.11.2000

Wolfgang Dax-Romswinkel

  • Zeitraster und Inhalte des Workshops
  • Gedanken zu einem Judo- Unterricht unter gewalt- präventorischer Prämisse

bis 15.10.2000

bis 31.10.2000

Katrin Poetsch

  • Sammlung von Internet-Adressen zum Thema “Sport und Gewaltprävention”

bereits erledigt
Einige Links
“Sport und Gewaltprävention” sind mit Beschreibung aufgelistet

Ein Diskussionspunkt, der sich m.E. aus dem AG-Treffen ergeben habt: Der Begriff der Prävention ist ebenso wie das Konzept “Kinder stark machen” näher unter die Lupe zu nehmen (vgl. Artikel “Prävention und “Kinder stark machen”: Zauberworte oder fachliche Prinzipien?” von Dr. Christian Lüders (Deutsches Jugendinstitut e.V. München) http://dfk.kriminalpraevention.de/forum.htm)

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