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Die Inhalte in den Bereichen Gleichgewicht, Bewegungsempfinden und Muskelspannungsdosierung Die Inhalte wurden von Sigrid Happ, Dr.Rainer Ganschow und Ralf Pöhler zusammengestellt. Diese stellen noch nicht das endgültige Programm dar. Der Entwurf befindet sich in der Erprobung und kann direkt bei judo-praxis abgefordert werden. Einführung “Sport pro Gesundheit” ist eine
Initiative des Deutschen Sportbunds in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer. Das Gütesiegel “Sport pro Gesundheit” wird für einzelne Sportprogramme vergeben und soll nach außen dokumentieren: Diese Sportangebote sind geprüft,
stehen mehr als andere im Dienste der Gesundheit und sind einem Qualitätsmanagement unterworfen. Sicherlich verbindet man mit Judo nicht zunächst Gesundheitssport. Dennoch hat sich der DJB entschieden, sich mit diesem
vorliegenden Programm nachdrücklich um das Gütesiegel des DSB zu bewerben. Das Programm für Kinder und Jugendliche ist ein Einstiegsprogramm in die Sportart Judo, ein “niederschwelliges” Judo-Angebot, mit vielen Übungen zur
Bewegungs- und Wahrnehmungsschulung. Ausgehend von einer breiten Basis (Übungen zur Schulung der Gleichgewichts- und Wahrnehmungsfähigkeit) soll das Angebot zum Judo hinführen. Anders als in den meisten Anfängerkursen im Judo
ordnet sich die Technik- und Übungsauswahl nicht dem Ziel des Erlernens der Judo-Technik unter, sondern umgekehrt: Die Judo-Technikauswahl gliedert sich den gesundheitlichen Schwerpunkten unter. Das Programm kann für Anfänger/innen
als eine Art “Vorwegprogramm” darstellen, damit die Integration in das normale Judotraining leichter fällt. Das Programm unterstützt Judovereine bei ihrer Arbeit im Gesundheitssport und zeigt, dass sich die Judovereine und ihre
Übungsleiter/innen der Aufgabe, die vielfach von Kinderärzten an sie herangetragen wird, stellen. Wenn das Gütesiegel an dieses Programm vergeben wird, stellt es für Eltern, die ein bewegungsfreudiges, körperkontaktbetontes und
gesundes Sportangebot suchen, eine gute Orientierung dar. Judovereine brauchen sich i.S. Gesundheitsförderung nicht zu verstecken. Besonders im Bereich der Schulung der Körperwahrnehmung und der Körperkoordination, sowie im
Erleben sozialer Einbindung hat Judo Stärken, die kaum andere Sportarten aufweisen können. Der Bewegungsmangel unter Kindern und Jugendlichen wird vielfach beklagt. Ebensolches Augenmerk sollte aber auch auf den Mangel vieler
Kinder und Jugendlicher erhalten, auf einen Partner eingehen zu können, mangelnde Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers, der Mangel des Erlebens von direkter Körperlichkeit außerhalb des familiären Rahmens. Hier kann Judo
unterstützen und dadurch u.a. einen wichtigen Beitrag zur Integration von bewegungsauffälligen Kindern und Jugendlichen leisten. Deshalb möchte die Projektgruppe “Gesundheitssport” im DJB auch denjenigen Vereinen Mut machen, sich
mit diesem Programm auseinander zu setzen, die ggf. die Rahmenvorgaben nicht werden erfüllen können. Die Zielgruppe Zielgruppe dieses Programms sind Kinder und Jugendliche ab 7 Jahren (Grundschulalter), die auf pädagogischer Basis mit den Schwerpunkten der Körperwahrnehmung und Bewegungsempfindung
judospezifisch geschult werden sollen. Die Arbeitsgruppe “Gesundheitssport” des DJB hält eine Einschätzung der Fähigkeiten der Kinder zu Beginn des Programms für notwendig. Dazu wurde ein Elternfragebogen entwickelt. Dieser
unterstützt den/die Gesundheitstrainer/in bei seinen/ihren ersten Planungen bezüglich der notwendigen Förderschwerpunkte der Kinder. Ergänzt werden die Angaben durch eigene Beobachtungen. Auf sportmotorische Tests zum Einstieg
wurde bewusst verzichtet, um eine Bloßstellung der Kinder zu vermeiden. Der/die Gesundheitstrainer/in dokumentiert die Entwicklung der Kinder während des Programms und schreibt für jedes teilnehmende Kind einen Abschlussbericht.
Dieser kann dann an den/die nachfolgende/n Übungsleiter/in weitergereicht werden. Für welche Kinder und Jugendliche stellt dieses Programm eine Hilfestellung dar? Dazu wurden Beobachtungskriterien
in Anlehnung an BALSTER (5.2000 u. 1.1999) zusammengestellt. Allgemein das Kind
Gleichgewichtsfähigkeit das Kind
Bewegungsempfinden das Kind
Muskelspannungsdosierung das Kind
Was soll geschult werden? Durch das vorliegende Programm zur Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit
und des Bewegungsempfindens werden pädagogische, sportmedizinische und entwicklungsphysiologische Erkenntnisse judospezifisch umgesetzt und führen zur gezielten Förderung folgender Qualitäten:
In den einzelnen Unterrichtsstunden kommen diese Förderschwerpunkte in unterschiedlichem Ausmaß mit aufbauendem Charakter zum Tragen. Durch judospezifische Bewegungen und Techniken mit und ohne Partnerkontakt werden in
besonderem Maße die Nahsinne der Kinder intensiv gereizt und geschult. Ziel des Programms ist nicht die Therapie, sondern vielmehr die gezielte Förderung von Kindern im Sinne der Ausbildung und Schulung von Bewegungs- und
Wahrnehmungserfahrungen, auch in präventivem Sinne zur Vermeidung von entstehenden Defiziten in diesen Bereichen. Wie sollen die Inhalte vermittelt werden? Der Unterricht mit Kindern und Jugendlichen setzt beim Übungsleiter bzw. der Übungsleiterin großes Einfühlungsvermögen und Wachheit für pädagogische Situationen
voraus, - nicht nur bei der Umsetzung dieses Programms. Die nachfolgenden Anmerkungen sind deshalb als allgemeine Hinweise auf einen Judo-Unterricht zu verstehen, der Kinder und Jugendliche ernst nimmt. Besonders wichtig ist
eine freundliche, vertrauensvolle Unterrichtsatmosphäre. Kinder müssen merken, dass sie wahr- und ernst genommen werden. Das bedeutet u.a. gegenseitige Höflichkeit, bewusstes Begrüßen und Verabschieden, bewusstes Hinwenden zum
Kind, Respekt vor dessen Willensäußerung. In fast alle Übungen im Judo ist ein Partnerbezug vorhanden. Darin liegt eine große Stärke des Judos gegenüber anderen Sportarten. Der Partnerbezug ist als ein wichtiges
Unterrichtsprinzip in diesem Programm verankert, auch wenn es notwendige Unterrichtsphasen der Einzelarbeit gibt. Kinder haben einen natürlichen Drang zur Aktivität. Diesen sollten die Kinder trotz eines gesundheitlich
orientierten Rahmens ausleben können. ZIMMER/CICURS weisen zu recht darauf hin, dass individuelle Stärken der Kinder als Einstieg in die Fördermaßnahme genutzt, motorische Schwächen dagegen vorerst ignoriert werden sollten
(1987, S.41). “Erst nach einer Phase der Stabilisierung und Motivierung kann dann auf spezifische Schwierigkeiten Bezug genommen werden.” (a.a.O.) Deshalb wurde ein vielseitiges, unspezifisches Angebot zum Einstieg entwickelt, in
dem Körper- und Partnerbezug im Vordergrund steht. Übungsleiter/innen sollten ein möglichst genaues Bild ihrer Schüler/innen haben. Nur so wird eine größtmögliche Individualisierung von Lern- und Übungssituationen, wie sie im
Zusammenhang mit gesundheitsorientierten Angeboten gefordert werden muss, überhaupt erst möglich. Auch geringe Erfolge im Bereich der Steigerung motorischer Fähigkeiten und dem Erwerb allgemeiner oder spezifischer Fertigkeiten
sollte den Kindern und Jugendlichen bewusst gemacht werden, auch kleine Lernfortschritte sollten bekräftigt werden. Judospezifische Angebote beinhalten Kräftemessen und Vergleich und fordern damit zum selbstständigen Handeln auf.
Doch sollten solche Angebote ohne Leistungs-/Erfolgsdruck oder Zur-Schau-Stellen von leistungsfähigeren Teilnehmer/innen gestaltet werden. Das Programm orientiert sich im Bereich der Judotechnik an der Ausbildungs- und
Prüfungsordnung des Deutschen Judo-Bundes e.V. für Kyu-Grade. Wo es möglich ist, wird der Grundsatz verfolgt, das Selbsterleben von judospezifischen Situationen und Selbstentdecken von geeigneten Lösungen der Judoka in den
Mittelpunkt von Judounterricht zu stellen (Bewegungsaufgaben statt Bewegungsanweisungen). Welche materiellen, personellen und räumlichen Anforderungen werden an eine Judo-Gesundheitsgruppe gestellt? An Programme, die das Gütesiegel “Sport pro Gesundheit” des DSB erhalten, werden besondere Anforderungen gestellt, um die
Wirksamkeit und Individualisierung sicherzustellen. Vereine, die das DJB-Programm anbieten, sollen hierfür eigene Trainingsgruppen einrichten. Die Gruppen sollten relativ klein sein; wir halten es für wichtig, dass eine maximale
Gruppenstärke von 12 Teilnehmer/innen nicht überschritten wird. Das Training sollte in einer ruhigen Umgebung und zu einer gesonderte Trainingszeit stattfinden, d.h. nicht parallel zu anderen Judo- oder Sportgruppen in derselben
Halle. Für die überwiegende Anzahl der Übungen wird kein Judogi (Judoanzug) benötigt, so dass auf die Anfänger/innen in der ersten Zeit keine zusätzlichen Kosten außer den Kursgebühren entstehen. Einige Vereine bieten es an, dass
für die Anfangszeit Judoanzüge geliehen werden können. Die Übungen sind so ausgewählt, dass Verein und Übungsleiter mit möglichst wenigen zusätzlichen Geräten außer Judomatte und ggf. einem Satz von Gürteln auskommen können. Zu
diesen zusätzlichen Gerätschaften gehören Sitzkreisel, großer Sitzball (Pezziball), Weichbodenmatte und Turnerbänke, also Geräte, die eigentlich zur Standardausstattung einer Sporthalle gehören. Welches Hintergrundwissen müssen Übungsleiter/innen zur Umsetzung dieses Programms haben? Das Gütesiegel wird nur an Vereine
vergeben, die neben den organisatorischen Rahmenbedingen für die Umsetzung des Programms sicherstellen können, dass die Übungsleiter/innen eine gesundheitsorientierte Weiterbildung erfolgreich absolviert haben. Zu diesem Zweck
bietet der DSB mit seinen Landessportbünden auf der 2.Lizenzstufe die Weiterbildung zum/zur Übungsleiter/in-Prävention an. Der DJB bietet entsprechend den Rahmenrichtlinien des DSB für die Übungeleiter/innen solcher
gesundheitsorientierten Judo-Angebote die Ausbildung zum/zur “Gesundheitstrainer/in Judo” ebenfalls auf der 2.Lizenzstufe an. Im Rahmen dieser Ausbildung werden neben allgemeinen Themen des Gesundheitssports die speziellen
Inhalte der DJB-Programme und deren altersgerechte Umsetzung vermittelt. Wichtig ist, dass Übungsleiter/innen, die eine solche gesundheitsorientierte Judogruppe betreuen möchten, die Bereitschaft zur Beobachtung und Bereitschaft
zur laufende Kontrolle im Übungsprozess mitbringen. Die Inhalte in den Bereichen Gleichgewicht, Bewegungsempfinden und Muskelspannungsdosierung Gleichgewichtsfähigkeit Allgemeines Ziel
diese Programms ist die systematische Förderung der sensomotorischen Gleichgewichtsfähigkeit. FETZ stellt fest: “Sportarten, in denen labile Gleichgewichtslagen vermieden und hohe Stabilität angestrebt werden muss wie Ringen, Judo
und Taekwon-Do, haben Einfluss auf Entwicklung statischen und dynamischen Gleichgewichts.” (1987, S.220). Das Ausbalancieren des Körpers zudem unter Partnereinwirkung ist ein sehr komplexer Vorgang. Dieser wird von den
sensorischen Analysatoren (Vistibularapparat, Rezeptoren in den Muskelspindeln, Sehnen, Bändern und Gelenken, optischer Analysator, taktiler Analysator und untergeordnet auch der akustische Analysator) entscheidend gesteuert. Ziel
des Programms ist es mit entsprechenden Bewegungsaufgaben, verstärkten Reiz auf diese Analysatoren auszuüben. “Grundsätzlich kann gesagt werden, dass möglichst viele unterschiedliche Gleichgewichtssituationen und
Gleichgewichtspositionen im Stand und aus der Bewegung geübt und laufend varriert werden müssen, um das Körpergleichgewicht in allen Bewegungssituatione zu stabilisieren und zu verbessern.” (ZIMMER/CICURS, 5.1999, S.129) Didaktisch-methodische Hinweise (ZIMMER/CICURS, 5.1999, S.129f.) § “Je kleiner die Unterstützungsfläche und je länger und häufiger das Gleichgewicht aufrechterhalten werden muss, desto höher ist der Reiz auf das Zentralnervensystem und die Skelettmuskulatur und damit auch die Verbesserung der Koordinationsleistung des Körpers.§ Die Gleichgewichtsschulung sollte am Anfang der Stunde liegen, weil nur in einem ausgeruhten Zentralnervensystem die Koordinationsleistung verbessert werden kann. § Die Übungszeit sollte erfahrungsgemäß zwischen sieben und zwölf Minuten liegen, je nach Alter und Leistungsfähigkeit der Kinder, d. h. je schwieriger die Aufgaben und je jünger die Kinder, desto kürzer die Übungszeit. § Die Übungen müssen entsprechend der Leistungsfähigkeit des Kindes ausgewählt werden, d. h. zu leichte Übungen bringen keinen Leistungszuwachs, genauso wie zu schwierige Aufgaben einen Leistungszuwachs verhindern. § Der Wechsel von labiler und stabiler Unterlage schult das Gleichgewicht besonders wirksam. § Zwischen den Gleichgewichtsaufgaben sollten Lockerungsübungen angeboten werden, weil die Übungen u. a. sehr muskelintensiv sind und leicht Verkrampfungen auftreten können, auch lässt die Konzentrationsfähigkeit schnell nach § Den Kindern sollte viel Zeit zum Ausprobieren und Selbstfinden von Übungen gegeben werden. § Balancieren mit Zusatzaufgaben, z B. Ballprellen, hat eine besonders hohe Übungswirkung; hier wird eine Doppel- oder Dreifachkoordination verlangt. § Nach Möglichkeit sollte barfuss geübt werden, dadurch ist ein besseres taktiles Erfühlen der Unterlage möglich. § Werden die Übungen auch mit geschlossenen Augen ausgeführt, werden der Raumlagesinn und der Bewegungssinn verstärkt angesprochen. § Alle Gleichgewichtsübungen verbessern zugleich auch die Haltung und das Haltungsbewusstsein.” Besonders das Ausschalten des optischen Analysators z.B. mittels Augentüchern oder Flugbrillen übt einen verstärkten Reiz auf die anderen Analysatoren aus. Im allgemeinen sind die judospezifischen Übungen oder auch die Spaßkämpfe zum Kräftemessen in diesem Programm vom Boden zum Stand aufgebaut, d.h. an den Gleichgewichtssituationen Sitzen, Kniesitz, Stand, Einbeinstand. Die Übungen
Bewegungsempfinden Allgemeines
Unter Bewegungsempfinden verstehen wir Körperschema und Körperkenntnis, sowie Tasten und Spüren, d.h. taktile und kinästhetische Wahrnehmung. “Unter diesen Begriffen
(Körperschema und Körperkenntnis) wird hier die Einschätzung des eigenen Körpers in Hinblick auf seine Größe und seine Ausdehnung, die Kenntnis seiner Lage im Raum,
seiner verschiedener Körperteile und die Fähigkeit zur Rechts-Links-Unterscheidung verstanden.” (ZIMMER/CICURS, 5.1999, S.76) Das Körperschema ist die Voraussetzung
für die Anpassung der Bewegung an vorgegebene räumliche Bedingungen oder die Anpassung an einen Partner. Bewusstes Raum-Lage-Empfinden ist die Voraussetzung um
Hilfen beim Bewegungslernen auf- und Bewegungskorrekturen annehmen zu können. Die Bodenarbeit im Judo kann im Hinblick auf die Entwicklung des Bewegungsempfindens
einen wichtigen Beitrag leisten. Neben dem Belasten und Aushalten von Druck, geht es darum eigene und fremde Körperspannung zu erspüren, die Beweglichkeit und
Gewandtheit des Rumpfes zu entwickeln, Auflageflächen und Bodenkontaktpunkte zu erspüren und z.B. in den Haltegriffen die Arme-Beine-Koordination zu verbessern. Alle
Bestrebungen, den Anteil der Bodenarbeit in der Judo-Ausbildung aufgrund von wettkampfsportlichen Entwicklungen zu schmälern oder gar zu vernachlässigen, halten die
Mitglieder der Arbeitsgruppe “Gesundheitssport” im DJB in Hinblick auf Bewegungsempfinden und Bewegungsförderung bei Kindern und Erwachsenen deshalb für problematisch. Didaktisch-methodische Hinweise § Für grundlegend halten wir, dass zu Beginn die Kinder sich zusammen mit ihrem Partner “organisieren” lernen, d.h. nebeneinander, voreinander, seitlich zueinander usw. laufen, sich einhaken und die verschiedensten Bewegungen ausführen.§ Nicht Bewegungsanweisungen fördern die Selbstbeobachtung, sondern Aufgabenstellungen, die die Kinder mit ihren Möglichkeiten erproben sollen. § Ein weiteres wichtiges Unterrichtsprinzip beim Vermitteln der Judotechniken ist das Unterrichten mittels Kontaktpunkten, d.h. das Berührungspunkte (Po-Bauch, Rücken-Bauch, Schulter-Schulter usw.) die Bewegung führen. § Gerade für das Bewegungsempfinden muss viel Raum für das eigene Ausprobieren und Bewegungserleben geben werden. § Grundlage für die meisten Partnerübungen, aber auch für die Judowurftechniken ist das Vertrauen zum Partner (wichtig vor allem auch beim Üben mit geschlossenen Augen). Die Übungen
Muskelspannungsdosierung (Anspannen und Entspannen) Allgemeines
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Spannung mit Verspannung und Entspannung mit “Erschlaffung” gleich gesetzt wird. Ziel des Programms ist jedoch die Entwicklung der
Fähigkeit zur bewussten Regulierung von Spannung und Entspannung. Es soll eine Sensibilisierung für körperliche Spannungszustände erreicht werden, um mit Entspannung darauf zu reagieren.
Dabei wir auf Verfahren verzichtet, bei denen eine lange Zusatzausbildung notwendig ist und auf solche zurückgegriffen, die kindgerecht vermittelbar sind wie z.B. die progressive Muskelentspannung von JACOBSON (1961). Didaktisch-methodische Hinweise § Muskelanspannung lässt die nachfolgende Entspannung deutlicher spüren. Es sollte deshalb dem Wechsel bei den Einzelübungen nachgespürt werden. “Differenzwahrnehmung” (JANALIK in ZIMMER, 1999, S.183) als Unterrichtsprinzip!§ Der Wechsel der Partner beim Judo ist eine gute Gelegenheit verschiedene Muskelspannungszustände bei anderen zu erfahren. Der Partnerwechsel sollte behutsamer Bestandteil der Judostunde sein. § Auch zwischen den Stundenteilen sollte ein klaren Wechsel im Spannungsverhältnis deutlich zu spüren sein. Die Kinder sollen nach körperlicher Belastung bewusst wieder zu innerer Ruhe kommen. § Die Aufmerksamkeit wird auf Angst, Unruhe, Nervosität und Hektik gelenkt, um dafür aufmerksamer zu werden und die Wechselwirkung von körperlicher und emotionaler Spannung zu erkennen. § Für Entspannungsübungen sollten in jede Unterrichtsstunde 5 bis 10 Minuten integriert werden. § Die Anweisungen sollten in einer kindgerechten Sprache erfolgen. Es bieten sich Spielformen oder Massagen an. Übungen
Literaturhinweise BALSTER, Klaus “Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen” Teil 1, 5.2000,
Duisburg BALSTER, Klaus “Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen” Teil 3, 1.1999, Duisburg BEUDELS, Wolfgang/ ANDERS, Wolfgang “Wo rohe Kräfte sinnvoll walten”, 2001, Dortmund
BUCHER, Walter “1010 Spiel- und Übungsformen für Behinderte (und Nichtbehinderte)”, 2.1986, Schorndorf FETZ, Friedrich “Sensomotorisches Gleichgewicht im Sport”, 1987, Wien
ZIMMER, Renate/ CICURS, Hans “Psychomotorik- Neue Ansätze im Sportförederuntericht und Sonderturnen”, 5.1999, Schorndorf
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