DSB-Gütesiegel

Mit folgenden Programmen wird sich der DJB um das DSB-Gütesiegel “Sport pro Gesundheit” bewerben.

  1. Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit und des Bewegungsempfindens für Kinder und Jugendliche durch Judo
  2. Koordination, Körperkontakt, Körpererfahrung – 3K-Programm für Erwachsene durch Judo

Judo wird von vielen Kinderärzten und Kinderpsychologen als eine sehr geeignete Sportart angesehen, um Kinder mit Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen gezielt zu fördern. Durch entsprechend ausgearbeitete Programme kann diese Wirkung noch unterstützt werden. Um sich gegen die großen Konkurrenten im Kindersport, wie z.B. den Deutschen Turner Bund, wirkungsvoll behaupten zu können, würde das Führen eines anerkanntes Qualitätssiegel aus Sicht der Vereine die Arbeit wirkungsvoll unterstützen.

Mit den herkömmlichen Judo-Angeboten werden wir kaum neue erwachsene Mitglieder in die Vereine bekommen. Es bedarf eines an der Gesundheit orientierten Vereinsangebots, um sich gegen die starke Konkurrenz kommerzieller Anbieter und Mehrspartenvereine durchzusetzen. Gleichzeitig wollen Judovereine den Kern ihrer Sache nicht für ein allgemeines Sportangebot (Rückengymnastik, Laufen, ...) hergeben. Judo hat im Gegensatz zu anderen Sportarten viel mit Koordination (vor allem Gleichgewicht), Körperkontakt und Körpererfahrung zu tun. Bei einer solchen Schwerpunktsetzung ist aus meiner Sicht ein gesundheitsorientiertes Programm gestaltbar, in dem Judo ein wesentliches Element darstellt.

Beide Programme sollen so angelegt sein, dass sich diese als Vereinskurse abarbeiten oder auch als feste Gruppen installieren lassen mit dem Ziel, dass die Teilnehmer/innen anschließend in die normalen Vereinsgruppen wechseln können.

Es wird vom DJB ein neuer Ausbildungsgang “Gesundheitstrainer-Judo” (= Übungsleiter-Prävention) auf der zweiten Lizenzstufe (aufbauend auf der Trainer-C-/Übungsleiter-F-Lizenz) konzipiert und im Rahmen der Ausbildungsordnung und DJB installiert wird.  Erste Ausbildungsgänge sollten dann ab der zweiten Jahreshälfte 2001 stattfinden können. Das Präsidium müsste die veränderte Ausbildungsordnung vorläufig in Kraft setzen (ca. 02/2001).

Die Vergabe des Qualitätssiegels an Vereine wird wie folgt vorgenommen: Vereine, die das Qualitätssiegel für eine bestimmte Vereinsgruppe erwerben wollen, müssen dieses beim DJB beantragen, der, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, die Lizenz vergibt. Voraussetzung für die Lizenzerteilung ist u.a., dass der Verein einen Anleiter mit Lizenz auf der zweiten Lizenzstufe hat. Außerdem sind für den Vereine weitere Qualitätskriterien einzuhalten. U.a. wird der DJB dem Landessportbund und Landesfachverband die Vereine melden, denen das Qualitätssiegel vergeben wurde. Die Vereine sind verpflichtet, in der AG “Sport pro Gesundheit” des LSB mitzuarbeiten. Der Landesfachverband sollte z.B. durch den zuständigen Breitensportreferenten überprüfen, ob die Programme eingehalten werden. Der Verein kann seine Kurskosten aufgrund des Qualitätssiegels bei den Krankenkassen geltend machen, sofern hier eine Kooperation akzeptiert wird, und somit seinerseits die Vorkosten refinanzieren (ganz unabhängig vom Imagegewinn).

Es finden für die Vereine Qualitätszirkel auf Landesebene statt. Die Teilnahme wird für die Gruppen und die Fachverbände wahrscheinlich verpflichtend sein. D.h. die Landesverbände müssen über die Breitensport- und Lehr- und Prüfungsreferenten/ innen in das Konzept eingewiesen worden sein.