Gewalt im ÜL-/Trainerhandeln in der Sportart
Judo
Entwurf einer Doppelstunde für die ÜL/Traineraus-/fortbildung
* * * * *
von Wolfgang
Dax-Romswinkel vom Beueler
Judo-Club e.V.
Einleitung
Ein ÜL/Trainer hat eine besondere Verantwortung für
die ihm anvertrauten Judokas. Dies gilt insbesondere dann, wenn
die Schützlinge noch minderjährig sind. Auf einen Teil
der Pflichten von ÜL/Trainern wird regelmäßig
hingewiesen, so z.B. auf die Aufsichtspflicht oder auf die Verantwortung
für die Lernfortschritte der Gruppe. Ein anderer Aspekt des
Verhältnisses zwischen ÜL/Trainern und den ihnen anvertrauten
Judokas ist aber noch nicht für den Breitensport aufgearbeitet:
die Ausübung von mittelbarer oder unmittelbarer Gewalt in
den unterschiedlichsten Varianten durch die ÜL/Trainer gegenüber
ihren Schützlingen.
Auf höherer Ebene wird dieses Thema seit geraumer Zeit
nicht mehr tabuisiert, sondern mittlerweile offen diskutiert.
Anlaß hierzu gaben weniger Einsicht, sondern vielmehr spektakuläre
Fälle von Verfehlungen einzelner Trainer sowie öffentlich
gewordene Praktiken in verschiedenen Sportarten, die mit dem Gedanken
eines humanen Leistungssports nicht zu vereinbaren sind. Als Folge
der Diskussion wurde an der Trainerakademie Köln ein Ehrenkodex
im Sinne einer "normen-und wertbegründenden Orientierung
für die Gesinnung und das Handeln" von (Berufs-)Trainern
formuliert.
Die Problematik darf aber nicht allein für den Hochleistungssport
aufgearbeitet werden, sondern muß einerseits sportartspezifisch
konkretisiert und andererseits auf den Breitensport übertragen
werden. Der vorliegende Entwurf einer Unterrichtseinheit soll
Möglichkeiten aufzeigen, wie die Thematik in der ÜL/Trainerausbildung
behandelt werden kann.
Formen der Gewaltausübung im Handeln von ÜL/Trainern
Es lassen sich folgende Formen der Gewaltanwendung unterscheiden:
- unmittelbare physische Gewaltanwendung durch den ÜL/Trainer,
- mittelbare physische Gewaltanwendung durch unangemessene
Übungen und/oder Partnerzuteilung u. dgl. m.,
- jede Form der Ausübung, Initiierung oder Duldung von
psychischer
- oder sozialer Gewalt,
- sexuelle Übergriffe.
In einer Kampfsportart ist es naturgemäß besonders
schwierig, Gewaltanwendung von sportlichem Handeln abzugrenzen.
Im Falle der Sportart Judo hilft allerdings die Rückbesinnung
auf die Grundgedanken Jigoro Kanos, der das Prinzip der gegenseitigen
Verantwortung als eine Maxime des Handeln formulierte. Als Gewaltanwendung
kann man jede Handlung verstehen, die diesem Judoprinzip widerspricht.
Zur "Schwere" der Verstöße
Zu jedem der vorgenannten Bereiche lassen sich Beispiele mit
besonderer Schwere finden, bei denen jeder "anständige"
Mensch nur mit dem Kopf schütteln oder sich laut entrüsten
kann. Diese Fälle stellen aber nur die Spitze eines Eisbergs
dar. Der weitaus größte Teil der Verfehlungen bleibt
zumeist unbeachtet oder im Verborgenen. Außerdem sind die
Übergänge vom "Normalen" zu nicht nicht mehr
zu akzeptierenden Verfehlungen manchmal fließend, weil verschiedene
Situationen von unterschiedlichen Menschen auch immer unterschiedlich
interpretiert werden. Dies gilt insbesondere für Bodenkampfsituationen
zwischen ÜL/Trainern und weiblichen Judokas.
Ziele dieser Unterrichtseinheit
Das wichtigste Ziel in der Behandlung der Thematik muß
die Sensibilisierung der ÜL/Trainer für das Thema sein.
Die ÜL/Trainer sollen ihr eigenes Verhalten und ggfs. das
Verhalten von Kollegen kritisch reflektieren und ihr zukünftiges
Verhalten verstärkt nach den neu gewonnenen Einsichten ausrichten,
auch wenn dies zu Lasten der Leistungsentwicklung und der Erfolge
geht. Die Vermittlung von Faktenwissen ist also nur von nachrangiger
Bedeutung - Bewußseinsbildung hat eindeutig Vorrang!
Methodische Umsetzung
Diese besondere Zielsetzung muß zwangsläufig Niederschlag
in der methodischen Aufbereitung der Problematik finden. Ein Referat
im klassischen Sinn verbietet sich von selbst: die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer sollen das Thema nicht rezipieren, sondern sich
vielmehr aktiv damit auseinandersetzen und auf ihre persönliche
Tätigkeit hin reflektieren.
Sinnvoll ist ein methodischer Dreischritt aus:
- erkennen, was nicht sein dürfte, aber trotzdem auch
in der eigenen Erfahrung vorkommt ("Das ist nicht in Ordnung"),
- erarbeiten von (positiv formulierten) Verhaltensregeln,
- formulieren von persönlichen Konsequenzen.
Es ergibt sich daher folgender Stundenaufbau
1. Einführung
2. Gruppenarbeit: "Das ist nicht in Ordnung"
3. Gruppenarbeit: "Erarbeitung von Verhaltensregeln"
4. "So gehe ich in Zukunft mit dem Thema um"
Einführung
Zur Einführung in das Thema sollen die TN anhand von Aussagen
Betroffener mit dem Thema konfrontiert werden. Die hierbei zur
Sprache zu bringenden Fälle sollten unterschiedliche Bereiche
der Problematik (physische, seelische, soziale, sexuelle Gewalt)
und auch unterschiedliche Schwere von Fällen (gerichtsrelevante
oder leichte Fälle) abdecken.
Besonders den sogenannten "leichten Fällen"
kommt eine besondere Bedeutung zu: erst durch sie wird deutlich,
daß es eine allgegenwärtige Grauzone mit schleichenden
Übergängen zu schwereren Fällen gibt.
Als methodisches Vorgehen bietet sich an, die TN mit kurzen
Erzählungen Betroffener - möglichst in der "Ich-Form"
- zu konfrontieren. Mögliche Formen wären z.B.:
- Folien auflegen,
- Karteikarten mit den Schilderungen verteilen und vorlesen
lassen (zwingt zum Zuhören und jeder muß etwas sagen
Gruppenarbeit "Das ist nicht in Ordnung"
Die folgende Gruppenarbeit sollte arbeitsteilig zu vier Teilaspekten
erfolgen:
- Wo üben ÜL unmittelbar physische Gewalt aus?
- Wo üben ÜL mittelbar physische Gewalt aus?
- Wo verüben, initieren, begünstigen oder dulden
ÜL seelische oder soziale Gewalt, auch durch Verwendung
einer entsprechenden Sprache (Aufforderung)?
- Wo beginnt die Grauzone der sexuellen Belästigung?
Bei allen Themen muß stets die Frage, wo Fehlverhalten
beginnt, im Blickfeld bleiben! Der Referent beobachtet die Gruppenarbeit
und gibt bei Bedarf Anregungen. Die Ergebnisse sollten auf einer
Tapete o.ä. festgehalten werden, damit diese bis Ende der
U.-Einheit präsent sind. Nach der Erarbeitungsphase sollen
die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und diskutiert werden.
Gruppenarbeit "Erarbeitung von Verhaltensregeln"
Für die zweite Gruppenarbeit bietet sich eine Neuzusammenstellung
der Gruppen an. In den neuen Gruppen sollte jeweils mindestens
ein TN aus jeder Anfangsgruppe mitarbeiten, damit gewährleistet
ist, daß die Diskussion der vorigen Arbeit in den Verhaltenskatalog
einfließt. Die erarbeiteten Verhaltensregeln bleiben nach
Arbeitsende auf der Matte liegen.
Abschluß
Die TN bekommen jeweils eine Karteikarte und den Auftrag, die
Ergebnisse der Gruppenarbeiten zu "erkunden". (Sinn:
die Ergebnisse kommen nicht zu mir, sondern ich muß mich
bewegen.)
Anschließend sollen sie persönliche Konsequenzen
aus der Stunde formulieren und auf die Karte schreiben. Hierdurch
wird jeder TN gezwungen, ein persönliches Statement zu formulieren.
Jeder TN liest seinen Eintrag vor und hängt die Karte an
einem gut sichtbaren Teil der Halle auf. Dadurch ist es unmöglich,
sich einfach den Vorrednern anzuschließen. Der Stundenabschluß
ist dadurch mit einer individuellen Auseinandersetzung mit dem
Thema verbunden. Es bleibt eine Sammlung persönlicher Statements
als Ergebnis im wahrsten Sinne des Wortes "hängen".
Damit ist die Unterrichtseinheit beendet.
Verlaufsplan
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Dauer |
Arbeitsform/Medien |
Inhalt/Kommentar |
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10 min |
Einführung
Karteikarten oder Folien mit Schilderungen betroffener Judokas |
Ausgehend von späktakulären Beispielen wird der
Problemkreis angesprochen. Anhand von weniger bekannten Beispielen
wird angedeutet, daß die Probleme auch im Judo gegenwärtig
sind. Als Leitfragen der Veranstaltung werden formuliert:
- Wo beginnt Gewalt im Training?
- Welche Verhaltensmaximen müssen für einen ÜL/Trainer
gelten?
|
|
25 min |
Gruppenarbeit I
Festhalten der Ergebnisse auf Tapete an einer Wand |
Leitfrage:
An welchen Stellen bzw in welchen Situationen des Trainingsalltags
laufen wir Gefahr, die Grenzen zur Ausübung, Initiierung
oder Duldung von physischer, psychischer, sozialer oder sexueller
Gewalt zu überschreiten?
Gruppenthemen:
- Unmittelbare physische Gewaltausübung durch ÜL/Trainer
- Mittelbare physische Gewaltausübung durch ÜL/Trainer
- Durch ÜL/Trainer initiierte/begünstigte psychische
und soziale Gewalt auch unter Einbeziehung der verwendeten Sprache
- Situationen an der Nahtstelle zu sexuellen Übergriffen
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20 min |
Vorstellung und Diskussion im Plenum |
Die Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen werden vorgestellt,
diskutiert und ergänzt. |
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20 min |
Gruppenarbeit II
"Über-Kreuz" Zusammensetzung der Gruppen |
Erarbeitung von Verhaltensmaximen von ÜL/Trainern in Form
von Geboten |
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5 min |
Präsentation auf Tapete (auf der Matte verteilt) |
Stumme Erkundung der Ergebnisse der anderen Gruppen. |
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10 min |
individuelles Abschlußstatement auf Karteikarten |
Jeder Teilnehmer soll eine Absichtserklärung für sein
künftiges Verhalten formulieren, vorlesen und an einer Pinwand
aufhängen. |
Beispielergebnisse für die Gruppenarbeit: "Das ist
nicht in Ordnung"
Gruppe 1: Unmittelbare physische Gewaltausübung durch
ÜL/Trainer
Beim Demonstrieren:
- Ausführung von Techniken mit höherer Härte
als für die technische Demonstration notwendig ist ("sich-präsentieren
wollen").
- Demonstration der Technik öfter als notwendig
- Beweisen", daß eine Technik - insbesondere Armhebel
und Würgegriffe - "funktionieren".
Beim Randori
- unangemessenes Ausspielen der körperlichen und/oder
technischen Überlegenheit.
- "etwas beweisen wollen"
- Verletzungsrisiko eingehen
Gruppe 2: Mittelbare physische Gewaltausübung durch
ÜL/Trainer
- Zuteilung von Partnern zum "Verhauen"
- unangemessene Technikauswahl (risikoreiche/gefährliche
Techniken)
- einseitig belastende Übungsformen
- Übungen mit Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen
- Falsche Belastungsdosierung
- Aufforderung zu unangemessen hohem Gewichtmachen
- Anstiftung zum Doping
Gruppe 3: Durch ÜL/Trainer initiierte/begünstigte
psychische und soziale Gewalt
- rassistische Äußerungen
- Umgang mit Schwächeren in der Gruppe
- Umgang mit Niederlagen (Beschimpfungen, Vorwürfe)
- Strafen aller Art (Liegestütz, Gruppenkeile)
- Taufe!
- Outen in der Gruppe (wenn jemand sein Gewicht nicht hatte
oder unregelmäßig zum Training kommt etc.)
- Sündenbock suchen,
- TN vor der Gruppe lächerlich machen
sowie die Rolle der Gewalt in der Sprache
- Synonyme für Werfen (aufhauen, aufknallen, auftitschen,
hinballern)
- Anfeuern beim Würgen/Hebeln (zieh durch, knips ihn aus)
- Aufforderung zu best. Kampfverhalten (hau ihm die Kralle
rein, reiß ihn auf)
Gruppe 4: Situationen an der Nahtstelle zu sexuellen Übergriffen
- Alle Haltegriffe, insbesondere
- Hand bei Yoko shiho gatame
- Kami shiho gatame ("amore gatame")
- Tate shiho gatame (jede Form)
- alle Haltegriffe, wenn Tori seinen Kopf dicht neben Ukes
Kopf hat
- Alle Techniken, bei denen Ukes Achsel von hinten mit dem
Revers fixiert wird,
- Angriff gegen Bank/Bauchlage, Tori greift mit beiden Händen
unter die Achsel zum Revers (bei Mädchen und Frauen)
- Tori ist zwischen Ukes Beinen (Uke in Rückenlage) und
würgt.
- Ukes Judogi ist in Unordnung, insbes. das T-shirt ist aus
der Hose gerutscht.
- Übertriebene Atem-(Stöhn-)geräusche beim Randori,
insbesondere am Boden.
- Machoverhalten des ÜL/Trainers gegenüber Mädchen
- jedwede Bemerkungen zur körperlichen Entwicklung während
der Pubertät
- Fleischbeschauung" bei der Gewichtskontrolle
Beispiellösung zu einem Verhaltenskatalog
Der nachfolgende Verhaltenskatalog stellt eine - keineswegs
vollständige - Sammlungvon relativ konkreten Geboten in der
"Ich-Form" dar, in denen klare Verhaltensmaximen für
die meisten Situationen formuliert sind.
- Ich demonstriere Techniken nur so oft und nur mit der Intensität,
die für eine Erläuterung notwendig ist. Die Techniken
führe ich dabei mit äußerster Kontrolle aus.
- Wenn ich eine Technik demonstriere, die mein Uke nicht kennt,
bereite ich ihn/sie vorher darauf vor. Beim Randori stelle ich
mich auf die körperlichen und technischen Fähigkeiten
meines Partner/meiner Partnerin ein. Ich freue mich, wenn er/sie
mir großen Widerstand leistet und erkenne diese Leistung
positiv an. Keinesfalls gehe ich irgendein Verletzungsrisiko
für meinen Partner/meine Partnerin ein!
- Ich achte darauf, daß innerhalb der Trainingsgruppe
alle Judokas das moralische Prinzip des Judo beachten.
- Ich wähle alle Übungsformen und die Belastungsdosierung
so, daß einseitige Belastungen und andere gesundheitlich
bedenkliche (Neben-)wirkungen ausgeschlossen sind.
- Ich vermittle meiner Gruppe nur solche Techniken, die von
den TN im Randori und im Wettkampf kontrolliert ausgeführt
werden können, ohne daß sie für einen der Kämpfer
ein besonderes Verletzungsrisiko darstellen.
- Ich weise meine Sportlerinnen und Sportler mit Nachdruck
auf die Gefahren des Gewichtsmachens und des Dopings hin und
tue alles in meinem Einfluß stehende, damit die sportliche
Fairneß einerseits und die Gesundheit der Judokas andererseits
immer gewahrt bleiben.
- Ich enthalte mich jeder Form von Vorwürfen, Beschimpfungen,
Beleidigungen und Bestrafungen gegenüber meinen Sportlerinnen
und Sportlern.
- Ich versuche alle Mitglieder meiner Trainingsgruppe ohne
jede Einschränkung in die Trainingsgemeinschaft zu integrieren
und verhindere jegliche Form von psychischem oder sozialem Druck
innerhalb der Gruppe.
- Ich bemühe mich um einen angemessenen Sprachgebrauch
und vermeide gewaltverharmlosenden Jargon.
Besonders für männliche ÜL/Trainer
- Ich unterlasse jede Art von sexistischen Äußerungen
oder Anspielungen.
- Ich erkläre den Mädchen den Umgang mit einer Waage
und sorge dafür, daß sie ihr Gewicht bei Bedarf alleine
oder in weiblicher Begleitung in der Mädchenumkleide kontrollieren
können.
- Beim Bodenrandori
- Ich greife meine Partnerin nicht in der Nähe der Geschlechtsteile,
auch nicht, wenn es sich um gebräuchliche Judotechniken
handelt.
- Ich achte stets darauf, daß der Judogi meiner Partnerin
nicht in Unordnung kommt. Im Zweifel bitte ich sie, ihre Kleidung
zu ordnen.
- Ich lasse meiner Partnerin jederzeit die Möglichkeit,
den Körperkontakt zu reduzieren. Das heißt auch, daß
ich mein Gewicht höchstens für einen kurzen Moment
einsetze, um die Bewegungsfreiheit meiner Partnerin einzuschränken.
- Ich unterlasse alle Arten von Nebengeräuschen.
Schlußbemerkungen
Folgendes Material wird für die Durchführung der
vorliegenden Unterrichtseinheit benötigt:
- ausreichend Tapete,
- entsprechende Stifte (Edding, Wachsmalstifte) in genügender
Anzahl,
- Karteikarten (zurechtgeschnittene A4-Blätter),
- Kugelschreiber o.ä. für jeden TN,
- Schilderungen betroffener Judokas entweder auf Karteikarten
oder auf Folien (dann wird ein OH-Projektor, Steckdose und eine
Projektionsfläche benötigt),
- Klebeband für Tapeten,
- Tesafilm für Karteikarten.
Der Leiter sollte sich das Vortragen weitgehend verkneifen,
wichtiger ist die selbsttätige Erarbeitung durch die TN.
Er ist mehr Moderator als Referent.
Er muß besonders darauf achten, daß die Übergangszone
in den Köpfen der Teilnehmer als fließend erhalten
bleibt, sonst drohen schwarz/weiß-Malerei und unfruchtbare
Debatten, bei denen eine allgemeingültige Definition von
unzulässiger Gewalt gesucht, aber niemals gefunden werden
kann, weil Situationen nun einmal immer individuell wahrgenommen,
interpretiert und verarbeitet werden. Alles geht nach dem Motto
Manche "Kollegen", die mich nicht persönlich
kennen, haben mir nach offensichtlich nur oberflächlicher
Lektüre und Auseinandersetzung vorgeworfen, mit meinen "Forderungen"
zu übertreiben, Judo verändern zu wollen und haben auch
nicht davor zurückgeschreckt meine Sachkompetenz in Zweifel
zu stellen.
Hierzu möchte ich folgendes Anmerken:
Ich habe keine Forderungen formuliert, sondern mögliche
persönliche Konsequenzen von ÜL/Trainern niedergeschrieben.
Ich komme selbst aus dem Leistungssport und betreue - zumeist
jugendliche - Leistungssportler. Gerade dem Leistungssport messe
ich einen besonderen pädagogischen Wert bei.
Intensiv betriebenes Judo - auch als Hochleistungssport - ist
auf der "sauberer" Grundlage i.S. der getroffenen Aussagen
ohne Einschränkungen möglich. Ansonsten müßte
man Leistungssport auf der Stelle verbieten...
Originaltext vom 29. Dezember 1996, aktualisiert
am 26. April 2000
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