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Betreuung und Coachen bei Wettkämpfen von Ulrich Klocke, belehrte dereinst einen ehrgeizigen Trainer
mit den Worten: "Für Siege sind die Schüler verantwortlich, für Niederlagen die Trainer...!" Coachen (enger Begriff) Der Begriff "coachen" kommt vom englischen Wort "to coach" und wird wörtlich mit
"einpauken, trainieren" übersetzt. Im Judobereich wird der Begriff jedoch einengend vor allem auf die Betreuung, Beratung und Einstellung von Judokämpfern bei Meisterschaften bzw. Wettkämpfen bezogen. Ich möchte
im folgende kurz die Aspekte des Betreuens und Coachens aufgreifen, die auf der unteren und mitleren Wettkampfebene eine entscheidende Rolle spielen. Ich habe diese Aspekte in zeitlich verschiedene Phasen unterteilt, in
den Zeitabschnitt vor dem Kampf, während des Kampfes, nach dem Kampf und nach dem Wettkampftag. 1. Vor dem Kampf 1.1 den Judoka körperlich und geistig auf Kämpfen einstimmen:
1.allgemeines Aufwärmen; 2. judospezifisches Aufwärmen; 3. individuelle Wettkampfvorbereitung des einzelnen Judoka nach persönlichen Notwendigkeiten
1.2 den Judoka taktisch und psychologisch auf seinen ersten Gegner einstimmen
1. Welche Matte? 2. Welcher Kampf? 3. Gegner eventuell bekannt? 4. Ja, Diskussion möglicher Siegstrategien; - Motto: Schwächen des Gegners und eigene Stärken herausstellen
5. Nein, kurzer Hinweis auf das geplante Kampfkonzept 2. Während des Kampfes 2.1 Die Selbständigkeit des Judoka in seinen Handlungen und Entscheidungen
möglichst fördern; d.h. möglichst wenig Zurufe, wenn Zurufe, dann folgende Hinweise beachten:
- an die taktische Marschroute erinnern ("rückwärts gehen!") - kurze, verständliche, technische Tips ("mit der linken Hand höher faßen", " auf Zug halten!"), mit denen
der Judoka sofort etwas anzufangen weiß, d.h. die er versteht und die das Konzept unterstützen - positiv motivieren: "Gut so!", "Weiter so!"; unter keinen Umständen abfällige
Kritik (z.B." Mach nicht diesen Mist!","Was soll denn der Blödsinn?") 3. Nach dem Kampf 3.1 Den Judoka loben, auch wenn er verloren hat; trösten, wenn es notwendig
erscheint; manchmal auch einfach nur in Ruhe laßen; jeder hat das Recht, mit dem Ergebnis seines Kampfes zuerst einmal selbst klarkommen zu dürfen; sich als Trainer nicht aufdrängen; der Sieg ist das Verdienst und die
Leistung des Kämpfers, nicht des Trainers - verhaltet Euch entsprechend; ein kurzes Lob ist besser, als eine ausführliche und überschwengliche Begeisterung; der nächste Kampf kommt bestimmt! 3.2 Mit dem Judoka den nächsten
Kampf anschauen, damit die kommenden Gegner "studiert" werden können: a) welcher Griff?, Angriffsrichtung? Konter-,Angriffskämpfer? welche Techniken? b) wie und womit zu schlagen? worauf aufpassen? 4. Nach dem Wettkampftag 4.1 Ergebnis (bei Kindern/Jugendlichen) in den Paß eintragen
4.2 Die einzelnen Kampfresultate in das Wettkampftagebuch eintragen 4.3 Mit dem Kämpfer ein Fazit seiner Kämpfe ziehen (z.B. Erwartungen des Kämpfers erfüllt?, Erwartungen des Trainers erfüllt?, wenn nicht,
woran kann es gelegen haben? - fehlende konditionelle Voraussetzungen, fehlende technische Vorausetzungen, fehlende taktische Voraussetzungen, individuelles Kampfkonzept war nicht angemessen -) 4.4 Das Wettkampfergebnis
(d.h. die gemachten positiven und negativen Erfahrungen) für die kommenden Trainingseinheiten in Zielsetzungen für den einzelnen Judoka umsetzen (d.h. "Du mußt unbedingt eine Technik nach hinten (vorne, rechts oder
links) dazu lernen!"; " Deine Unterarme müßen stärker werden, damit Du Deinen Griff besser durchsetzen kannst!"; "Du mußt kontern lernen!"; "Du mußt gegen einen sperrenden Gegner angreifen
lernen!") 4.5 Im Training den Bezug zum letzten Wettkampftag herstellen Coachen (weiter Begriff) Der Trainer hat als "Coach" nicht nur die Aufgabe, seinen Schützling im Wettkampf zu Erfolgen zu führen, er muß ihn auch im Training und außerhalb des Trainings auf diese Erfolge vorbereiten. Diese Vorbereitung umfaßt nicht nur die technische, konditionelle und taktische Ausbildung in der gewählten Sportart sondern beinhaltet im Idealfall auch die psychologische Betreuung und Ausbildung sowie erzieherische Aufgaben im Hinblick auf den Aufbau der gesamten Sportlerpersönlichkeit. RICHTIGES COACHEN Die Funktion von Trainern und Betreuern bei Wettkämpfen (Sechs Stufen von Kampftag zu Kampftag)
VORBEREITEN - KÄMPFEN - NACHBEREITEN - VORBEREITEN - KÄMPFEN
...wie sagte der große Jigoro K. doch einst zu einem jungen, siegreichen Judoka: " Nach dem Kampf ist vor dem Kampf..." Im Wettkampftraining vorbereiten
Am Wettkampftag vorbereiten * Vorbereitung am Kampftag
* Vorbereitung auf den ersten Kampf
* nach dem ersten Kampf vorbereiten
* vor dem nächsten Kampf vorbereiten
* nach dem letzten Kampf nachbereiten
Nach dem Kampftag nachbereiten
Bei den nächsten Trainingseinheiten nachbereiten/vorbereiten
Im Wettkampftraining vorbereiten
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